Lebensmittelauswahl - was isst du so?
Bist du manchmal auch müde von deinen Rezepten? Rezepte, die sich gefühlt alle zwei Tage wiederholen. Morgens das Müsli aus der Packung, ein, zwei Früchte dazu und etwas Milch. Geht schnell und ist einfach. Zum Mittag isst du in der Kantine, was zwar nie so richtig zufriedenstellend ist, aber es ist unkompliziert und abends gibt es eine Stulle oder Nudeln. Irgendwas schnelles eben.
Und dann gibt es diesen Tag, an dem du gerne frischen Wind in deine Küche bringen möchtest, auch weil du dich so träge und schwer fühlst und hoffst, dass die Ernährung dir ein neues Körpergefühl beschert.
Viele Frauen versuchen an diesem Punkt das Rad komplett neu zu erfinden und sind schnell überfordert. Da ist es keine Seltenheit, dass Frau sich einen Ernährungsplan zulegt und von heute auf morgen wie eine Wilde kocht um ein paar Tage später festzustellen, dass man eigentlich gar nicht so wirklich Lust hat den ganzen Tag in der Küche zu stehen oder man scheitert, weil die Gerichte nicht dem individuellen Geschmack entsprechen.
Am Ende sitzt man abends auf dem Sofa. Mit einer Stulle.
Von einer Ernährungsberaterin erwartest du vielleicht, dass ich dir sage, welches Nahrungsmittel gut ist und welches schlecht. Ich könnte dir auch sagen, was für Nahrungsmittel ich persönlich favorisiere und welche ich bewusst vermeide.
Dies hätte jedoch wenig Sinn für dich, wenn du keine bewussten Erfahrungen mit oder ohne spezielle Lebensmittel gesammelt hast.
Wie meine ich das?
Ich persönlich vertrage beispielsweise keine Kuhmilch. Schon als Kind habe ich mich vor Bauchschmerzen gekrümmt, wenn ich sie getrunken habe. Das ist eine Erfahrung, die ich gemacht habe. Ich habe keine Probleme auf Kuhmilch zu verzichten. Mir schmecken fast alle pflanzlichen Milchalternativen aus Soja, Hafer und Reis wunderbar.
Ich liebe Nudel. Ich erfreue mich daran und seitdem ich weiß, dass ich Dinkelnudeln wunderbar finde, sättigen sie mich auch über einen langen Zeitraum. Wenn ich Nudeln aus meiner Ernährung streichen würde, würde ich verzichten und immer einen Japp verspüren!
Wenn wir den Drang verspüren unsere Ernährung zu verbessern, tendieren wir meist dazu Nahrungsmittel rigoros aus unserem Speiseplan zu streichen.
Ich möchte dich einladen, es mal anders anzugehen.
Kulinarische Horizonterweiterung
Wie gut kennst du dich in den Lebensmittelgruppen Obst, Gemüse, Getreide, Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen aus?
Fallen dir zu jeder Gruppe drei Lebensmittel ein? Du könntest dein Spektrum an Nahrungsmitteln erweitern, indem du nach und nach neues mit in deine Ernährung einfließen lässt ohne dabei deine Gewohnheiten grundsätzlich zu verändern.
Treffen die anfänglichen Beispiele auf dich zu, so könntest du morgens mal eine andere Flüssigkeit für dein Müsli verwenden. Im nächsten Schritt könntest du die Früchte austauschen oder ein Topping aus anderen Lebensmittelgruppen verwenden.
Isst du gerne Nudeln, dann probiere die Vielfalt. Wenn es nicht die Vollkornnudeln sein sollen, dann probier dich mal an denen aus Dinkel. Vor allem die Sauce ist doch predistinert dafür etwas zu variieren. Schnippel einfach mal eine Zucchini hinein oder füge Bohnen hinzu.
Auch gibt es so tolle Brotaufstriche, die nichts mit Käse und Wurst zutun haben. Ich denke dabei gleich an Gemüseaufstriche oder Nussmuße. Genial!
Drei Fragen
Egal wie dein Experiment auch aussehen mag, solltest du dir bewusst ein paar Fragen stellen:
Gefällt mir, was ich sehe?
Umso bunter dein Teller ist und umso mehr Mühe du dir beim anrichten gibst, umso eher kannst du diese Frage mit Ja beantworten!
Schmeckt mir, was ich esse?
Wie oft stellst du dir diese Frage während des Essens. Ist es nicht so, dass wir viel zu oft automatisiert essen und gar nicht mehr in Frage stellen, ob uns das Gericht vor uns wirklich schmeckt? Sei ein Feinschmecker!
Tut es mir gut?
Auch im Nachhinein an eine Mahlzeit kannst du festmachen, ob ein Lebensmittel gut oder schlecht für dich ist. Wie kommt deine Verdauung damit zurecht? Fühlst du dich antriebslos oder voller Energie?
Wenn du jeden Tag Schokolade zum Abendbrot isst, dann wirst du kaum Erfahrungen damit haben, über längeren Zeitraum keine Sckokolade zu essen. Aus diesem Grund kann auch die bewusste Abstinenz helfen, deine persönlichen Präferenzen zu finden.
Ich verbringe gerade meinen Urlaub auf Borneo in einem veganen Ökodorf mitten in der Natur, abseits von Supermärkten. Die Lebensmittelauswahl ist sehr ähnlich zudem, was ich zuhause esse, nur zwei Lebensmittel auf die ich sonst beinahe jeden Tag zurückgreife gibt es hier nicht: Sojaprodukte (Tofu, Sojamilch),Kaffee und Schokolade.
Jahrelang schon leide ich an heftigen Darmproblemen. Schon vor meinem Urlaub habe ich mich entschieden im nächsten Jahr eine Darmsanierung zu machen. Überraschenderweise habe ich seit zwei Wochen keinerlei Probleme mehr und ich schätze, dass es am Soja liegen könnte. Ich hätte nie gedacht, dass Soja mein persönlicher Übeltäter sein könnte. Ich habe in der Vergangenheit bereits auf Gluten, Kaffee, bestimmte Obst und Gemüsesorten verzichtet… und musste erst nach Malaysia reisen, um die eine Erkenntnis zu erhalten, die mein Leben verändern könnte!
Genauso macht es aber auch Sinn bestimmten Produkten eine zweite Chance zu geben. Ich kenne viele Menschen, die meinen keine Oliven, Rosinen, Pilze und Rosenkohl zu mögen.
Ich hatte auch in meiner Kindheit entschieden, dass dies Sachen sind, die nicht in meinem Bauch landen möchten. Heute bereichern sie allesamt meinen Speiseplan!
Wenn du nicht die große Köchin bist, dann tausche einzelne Lebensmittel in deinen Standardgerichten aus. Du kannst spielerisch vorgehen, indem du dich im Supermarkt nach Dingen umschaust, die du nicht kennst um ihnen eine Chance zu geben. Es ist deine Entscheidung, wie sehr du dich ausprobieren möchtest und wie experimentierfreudig du bist.
Nur du bist dein Master, wenn du deine Erfahrungen mit der Vielfalt gemacht hast. Niemand kann dir sagen, was gut für dich ist und was du meiden solltest.
Die Vorteile
Die Vorteile, wenn du aus persönlicher Motivation und innerer Neugier deine Lebensmittel auswählst liegen auf der Hand:
Essen, das schmeckt und gut tut
Vielfalt, die Spaß macht
Essen, mit allen Sinnen anstatt von Automatismus führt dazu, dass du achtsamer bist. Du bist schneller gesättigt, weil du aufmerksamer bist
Das erhoffte Körpergefühl und eine Ernährung, die sich richtig anfühlt
Gibt es denn bei dir bestimmte Lebensmittel, mit denen du in den vergangen Wochen erst neue Erfahrungen gemacht hast?
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